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Ace of Base – Hidden Gems
Ace of Base - Hidden Gems

Ace of Base – Hidden Gems

Endlich ein neues Album der echten und einzig wahren Besetzung von Ace Of Base. Und „Hidden Gems“ trifft den Nagel wirklich auf den Kopf: wurde eine weltweite Veröffentlichung für den 06. März 2015 versprochen, gab es Lieferprobleme bei der Vinylausgabe des Albums und die musikalischen Schätze blieben vielen Fans in physischer Form so noch eine Woche länger verborgen.

Bei genauer Betrachtung der Tracklist wird der eingefleischte Acer aber schnell merken, dass die hier zusammengestellten Titel doch nicht ganz so verborgen waren. Es handelt sich nämlich um mehrere Single B-Seiten und Bonustracks von bereits veröffentlichten Alben. Und die auf dem Cover angekündigten bislang unveröffentlichten Aufnahmen wurden den Facebookfreunden der vier Schweden auch schon vor einiger Zeit als Download angeboten. Als Hardcorefan muss das „Hidden Gems“-Album aber nicht nur als mp3 File auf dem Rechner sondern schön säuberlich im CD- und Schallplattenarchiv einen Platz finden.

Would You Believe * * * * *

Die erste Singleauskopplung, die ich schon selbst im Radio spielen durfte, ist ein typischer Ace Of Base Song. Ich hoffe, dass sich viele Musikredaktionen trauen und Ace Of Base wieder eine Chance geben und sich nicht nur auf deren Kulthits wie All That She Wants oder The Sign versteifen. Gerade jetzt zum Frühlingsanfang ist dieser Song prädestiniert als Soundtrack zum Blumenpflanzen, Autowaschen oder Balkon herrichten…

Go Go Go * * * * *

Dieser Song hat verdammt viel Hitpotential. Wäre ein guter Kandidat für eine zweite Auskopplung für den Sommer. Auch die Produktion dieser Nummer ist in meinen Ohren mehr als gelungen. „Go Go Go“ hätte meinetwegen ruhig „What’s The Name Of The Game“ oder „Remember The Words“ auf dem “Da Capo”-Album ersetzen können…

Into The Night Of Blue * * *

Nett, aber nicht umwerfend, der Bonustrack der japanischen Ausgabe des “Flowers/Cruel Summer”-Album. Jenny trällert das Liedchen auf ihrer charmanten Art und Weise. Tut keinen weh, fällt aber auch nicht wirklich auf…

Don’t Stop * * * *

Was ist Jonas Berggren bitte hier eingefallen? Eine Cut-Version der B-Seite von „The Juvenile“ bzw. „Unspeakable“. Geht mal gar nicht, einfach die zweite Strophe rausschneiden. Das, was davon übrig geblieben ist, ist ein schicker Gute-Laune-Song, den Jenny hervorragend singt und durch Linn’s Stimme im Refrain bestens ergänzt wird. „Please Don’t Stop“ – schade, dass Damen dann doch aufgehört haben…

Make My Day * * *

Dieser Song war selbst den eingefleischten Fans bislang vorenthalten worden. Jetzt weiß ich auch warum. Der fällt von seiner Komposition und seiner Produktion komplett aus dem bekannten Ace Of Base Rahmen raus. Hier hätten Jonas und Ulf auf „Don’t Ever Say Goodbye“ zurückgreifen sollen, um einen unveröffentlichten Titel aus der „Da Capo“-Zeit für die „Hidden Gems“ zu nehmen…

Mercy Mercy * *

Dieser Titel hat mich als B-Seite von „Always Have Always Will“ schon nicht vom Hocker gehauen. Ein Grund mag sein, dass es daran liegt, dass nur Jenny zu hören ist. Wohl eher wird es aber die Härte des Titels sein. Mir fehlt hier der frische Charme à la „Always Have Always Will“ oder „C’est La Vie“…

No Good Lover *

Das Lied schon ist 1998 als B-Seite von “Life Is A Flower“ veröffentlicht worden. In meinen Ohren klingt das Ganze wie eine Demo und nicht wie ein Song. Ich kann gut verstehen, dass es der Titel damals nicht auf das „Flowers“ Album geschafft hat.

Summer Days * * * * *

Für diesen Titel habe ich mir 2003 die japanische Version des “Da Capo”-Albums bestellt, für knapp 50 Euro. Wo anders war dieser Titel bislang auch nicht zu kriegen. Für mich ist dieser Song der perfekte Soundtrack für einen Tag am Strand oder eine schicke Cabriofahrt. Und das Sahnehäubchen auf dem Eisbecher ist Linn’s Solopart in der zweiten Strohe. Schwärm…

Giving It Up * * *

Dieser Titel wurde schon Anfang des Jahres als Bonustrack des remasterten „Happy Nation (US-Version)“-Albums veröffentlicht. Für die „Hidden Gems“ hat Jonas noch mal den Mixer angeschmissen und nicht nur den Sound etwas geändert, sondern auch Strophen 1 und 2 getauscht. Hier macht Linn den Aufschlag und Jenny folgt. Vielen Fans gefällt diese Version besser. Ich kann mich damit nicht anfreunden und bevorzuge das Original.

Come To Me * * * * *

Eine Schande, dass dieser Song bislang für die Menschheit nicht zugänglich war. Ein typischer Ace Of Base Sound mit Linn in den Vocals, so wie es war und wie es eigentlich hätte immer sein müssen. Aber wahrscheinlich wäre der Song auf dem „Da Capo“-Album zu stark und damit ein Single-Kandidat gewesen. Ja und da hätte sich dann wieder die Frage nach dem Video und der Präsenz von Linn gestellt…

Prime Time *

Die finale Version von “Cuba, Cuba Libre”, die sich für mich eher wie eine Demoversion anhört, aufgenommen wohl nach einigen Cuba Libres… Dieser Song hätte ruhig ganz hinten im Safe bleiben können. Die bessere Version, nämlich „Cuba, Cuba Libre“ gibt es leider nur auf der iTunes Version der „Hidden Gems“ als Bonustrack zum Download.

Look Around Me *

Einer von zwei Titeln auf den „Hidden Gems“, um halt einfach was zu veröffentlichen. Kann beim Putzen nebenher laufen, oder einfach weggedrückt werden…

Pole Position **

Und hier ist schon Titel Nummer 2, der mich nicht berührt. Vielleicht ein wenig besser als „Look Around Me“. Könnte an Linn’s Performance in der Bridge liegen. Mehr aber auch nicht…

Sunset In Southern California * * * * *

Hier hätten wir die dritte Singleauskopplung gefunden. Wäre wünschenswert und würde prima in die Vorweihnachtszeit passen. Linn’s klare Engelsstimme zu Beginn einer traumhaften Ballade, die später von Jenny ergänzt wird. Wie konnten Clara und Julia diese so tolle Ursprungsversion für das „The Golden Ratio“-Album nur so verunstalten. Gut, bisschen übertrieben, aber das Original hier ist um einiges gelungener als die später veröffentlichte Version.

Moments Of Magic * *

Krach pur, jedenfalls im ersten Moment. Denn die veröffentliche Version ist leider nicht die langsame Ballade des Songs, welche um einige Klassen besser ist als diese hier. Aber vielleicht höre ich mich in den nächsten Wochen noch in diesen Mix rein und finde Freude dran…

Hey Darling (Bells Version) * * *

Diesen Titel gibt es nur als Bonus in der digitalen iTunes Version der „Hidden Gems“. Ich hatte mich anfangs drauf gefreut, empfinde den Song aber als überproduziert. Die Glocken hauen zu stark rein und machen das Lied zu laut. Da geht nichts über die originale Version vom „Da Capo“-Album…

Cuba, Cuba Libre * * * * *

Der beste Song überhaupt, leider auch nur als Download via iTunes erhältlich. Böse Zungen könnten sagen, „The Sign“ hätte einen neuen Text bekommen – egal. Das ist nun mal typisch Ace Of Base. Der Titel hätte statt der überarbeiteten „Prime Time“-Version mit auf die CD gemusst. So bleibt dieser Schatz auch weiterhin ein „Hidden Gem“.

Gesamturteil * * * *
Da es sich ja um verborgene Schätze und nicht um ein komplett neues Studioalbum von Linn, Jenny, Jonas und Ulf handelt, kann ich mit den weniger guten Songs leben. Und die Fans sicherlich auch. Ich glaube, wer bislang mit der Band nicht in Kontakt war, wird sich auch nur schwer damit anfreunden können. Wer aber nochwas mit dem Li-La-Launebär, dem Glückrad, dem Zonk, Nachbarn und Gitta als Assistentin von Harry Wijnvoord anfangen kann, muss die „Hidden Gems“ auf jeden Fall haben.

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