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Måns Zelmerlöw – Perfectly Damaged
Måns Zelmerlöw - Perfectly Damaged

Måns Zelmerlöw – Perfectly Damaged

Endlich hat er es geschafft. Im dritten Anlauf hat der sympathische Schwede Måns Zelmerlöw sein Land beim Eurovision Song Contest vertreten und das Ding klar gemacht. Somit ist seine Musik nun auch außerhalb von Skandinavien einem größeren Publikum bekannt geworden. Aber ist das wirklich der Start der internationalen Karriere?

So sehr ich es ihm auch gönne glaube ich, dass sich Måns Zelmerlöw zusammen mit solchen ESC-Eintagsfliegen wie Emmelie De Forest oder Loreen einreihen kann. „Heroes“ schoss von 0 auf 3, rutschte dann auf Platz 15 und ist in dieser Woche auf der 20 in den deutschen Singlecharts. Da hat auch seine Promotiontour nicht viel gebracht. Das Album „Perfectly Damaged“ steigt auf einem mageren Platz 46 in den deutschen Albumcharts ein. Schade. Liegt vielleicht auch am geringen Einsatz bei den Radiostationen. Die NRW Lokalradios zum Beispiel geben ihm im Moment nur Einsätze am späten Abend.

Aber jetzt zum Album: 12 Songs, etwas über 40 Minuten. Nach dem letzten Longplayer „Barcelona Sessions“ finde ich, ist Måns Zelmerlöw musikalisch noch reifer geworden. Schlagerelemente wie 2007 bei „Cara Mia“ oder 2009 bei „Hope & Glory“ sind leider nicht zu finden.

01 Stir It Up ***

Ein guter Start ins Album. Dachte aber erst, ich hätte eine CD von One Republic im Player liegen…

02 Heroes *****

The Greatest Anthem Ever Heard… 12 Points!

03 Someday ****

Charmante Up-Tempo Nummer, die ruhig ein paar BPM mehr vertragen könnte…

04 Live While You’re Alive ***

Eine schöne aalglatte Popnummer, die auch prima ins Repertoire von One Direction passt…

05 Let It Burn ****

Hier dreht Måns wieder etwas mehr auf. Der Song geht in die Beine. Aber ich höre einen leichten Avicii-Touch raus…

06 Shoud’ve Gone Home ****

Wieder etwas ruhiger, aber verdammt cool. Vom Sound und Stil her für mich der Überraschungstrack auf dem Album…

07 Fade Away ***

Eine Mischung aus Stir It Up und Let It Burn, also One Republic trifft Avicii…

08 Hearts Collide **

Måns mal ruhig. Kann ich mich nur schwer mit anfreunden. Der Kerl muss einfach Gas geben…

09 The Core Of You ***

Jetzt begrüßen wir noch Coldplay. Und wir sind schon bei Lied 9. Fällt irgendwie gar nicht auf. Läuft alles so durch…

10 Unbreakable *****

Nicht wirklich Schlager, eher Disco. Geht so in die Richtung von Alcazar. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Bester Song neben „Heroes“…

11 Kingdom In The Sky ***

Eine Ballade reicht nicht, da muss noch eine her. Die ist aber besser als „Hearts Collide“. Haben wir aber auch schon mal gehört…

12 What’s In Your Eyes (feat. Tilde Vinther) **

Nach zwei Balladen hier noch die Schnarchnummer des Albums. Aber wer ist Tilde Vinther? Ich habe nur eine Facebook Seite dieser Dame gefunden. Kommt wohl aus Dänemark. Wenn sie es denn ist. Gut, im hohen Norden werden die Pipilottas und Inga Lindströms Frau Vinther bestimmt kennen. Vielleicht nimmt er den Song für Deutschland ja neu auf, zum Beispiel mit … hmmmm, wen hat der deutsche Markt denn zu bieten…. Sarah Connor? Miss Platnum? La Fee? Ach nein… nicht neu aufnehmen.

Gesamturteil: ***

Ein Album, das schön zum Nebenbeihören geeignet ist. Alles ist irgendwie schon mal da gewesen und passt super zum Besten von heute, also in den Lieblingsmix der werberelevanten Zielgruppen aller Hitradios und Formatprogramme.

Immerhin schön, dass er die Finger von James Blunt oder Ed Sheeran gelassen hat.

Ich denke aber: da sich Måns‘ Name für die ganzen Rundfunkredakteure dieser Welt wohl zu schwer aussprechen lässt, schafft Schnucki es wohl nicht in die Rotationen der Radiosender. Zusätzlich bleibt der ESC-Stempel drauf, der die Musikredakteure zögern lässt. Und rückblickend auf die letzten Jahre sind außer Lena nur Loreen und die Common Linnets diejenigen, die es in eine Hot-Rotation geschafft haben.

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